Pressemeldung über den 1.Vogelzüchter&Vogelliebhaber Verein Chemnitz e.V.:
in der Freien Presse Chemnitz am 29.07.2000

Freie Presse Chemnitz

Chemnitz: Vogelzüchter im Yorckgebiet feiern den 45. Geburtstag ihres Vereins


Manfred Walter&Ingo Bock mit Rosakakadus

Vor 45 Jahren wurde der 1. Vogelzüchter- und Vogelliebhaber-Verein gegründet. Wie viele Mitglieder sich damals das erste Mal trafen, weiß Vorsitzender Manfred Walter heute nicht mehr zu sagen. Heinz Nagel und Helmut Langer sind jedenfalls seit 1955 dabei. "In den 70er-Jahren waren wir 120 Mitglieder", erinnert sich der Vorsitzende. "Dabei wurde nur aufgenommen, wer nachweislich drei Mal zu einer Jahresversammlung gekommen war." Am Karl-Marx-Stadt-Basar habe man teilgenommen, Tiere verkauft oder getauscht. Die Bezirksschau 1979 und die DDR-Meisterschaft 1984 in Chemnitz habe man ausgerichtet. Einfach sei die Arbeit nicht gewesen, aber sicher. "Nach der Tierbestandsmeldung am Jahresende haben wir anteilmäßig das Futter bekommen." Heute ist zwar vieles einfacher, man kann seltenere Vögel kaufen, brauche keine Futterplanung. Aber nur noch 25 Züchter, auch schon in die Jahre gekommen, sind im Verein geblieben. "Wenn sich junge Leute fürs Züchten interessieren", sagt Ingo Bock, "ich würde gern eine Jugendgruppe leiten." Der 2. Vorsitzende züchtet seit 35 Jahren. Rosa Kakadu, Ziegensittich und Graupapagei zum Beispiel umsorgt er, freut sich wenn Eier im Nest liegen, Junge schlüpfen. "Ich habe jetzt Rosellas mit einem neuen Farbschlag. Dieses Jahr sind das erste Mal Junge ausgeflogen."

Züchten will gelernt sein. Auch Vögel sind in der Partnerschaft wählerisch. Und wer einen neuen Farbschlag anpeilt, müsse sich in der Vererbungslehre auskennen, wie Ingo Bock sagt. Manfred Walter züchtet seit 24 Jahren Schauwellensittiche. "Es ist immer wieder interessant, welche Farbschläge 'rauskommen", sagt er. Auch ein Sachsenmeister gehört zum Verein: Lajos Adorjan. "Früher, in Ungarn, hatte ich Tauben" erzählt er. "Für die Wohnung brauchte ich kleine Vögel." Vor 22 Jahren begann er, Goldammerdine aus Australien zu züchten. "Die gehören zu den Prachtfinken, sind die farbenprächtigsten Finken überhaupt. Und die sind sehr leise", fügt er hinzu. "Ich setze mich hin, sehe ihnen zu, wie sie sich verhalten, im Schwarm und einzeln. Das fasziniert mich." Als sich die Züchter am Freitag zur Geburtstagsfeier des Vereins trafen, war auch die Rede von Zwergwachteln, Goldbrüstchen und Bergsittichen. Und es war die Rede von den Sachsenmeisterschaften im Oktober 2000 in Eibau. Goldammerdine von Lajos Adorjan werden sich auf alle Fälle in der Lausitz vorstellen.

Wer Interesse hat, wende sich an Manfred Walter, Ernst-Moritz-Arndt-Straße 11 in Chemnitz. Telefon: 0371/73534. . (JH)